Nairobi und der Urlaubstraum Mombasa

Hey Ihr Lieben,
die letzten Tage vor Weihnachten stehen vor der Tür, die letzten Vorbereitungen müssen getroffen und der Tannenbaum aufgestellt und geschmückt werden. Zumindest in Deutschland bei euch.
Ich wiederum bin von meiner ersten Urlaubsreise zurück und möchte euch gerne an diesen sommerlichen Erlebnissen teilhaben lassen.

Am 05. Dezember sind Melanie und ich voller Vorfreude nach Nairobi aufgebrochen. Untergebracht in unserem Standard-Hostel (Dusche und Toilette sind jede Mal aufs Neue ein Paradies) und mit leckerem Essen, haben wir es uns die Tage gut gehen lassen.

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unser Paradies-Badezimmer

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letzten Geschenke aufm Masai Markt besorgen

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Nikolaus mal anders …

Der eigentliche Grund unseres Besuches war der Sporttag am Sonntag. Um diesen wurde im vorhinein einen großen Hype gemacht – ICYE spielt gegen andere Organisationen am Tag der internationalen Freiwilligen. Obwohl wir später als ausgemacht, am Treffpunkt ankamen, erwartete uns eine Wiese und kaum Personen. Also haben wir erstmal geholfen, ein Fußballfeld zu errichten und die Linien zu markieren.

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Nach und nach trudelten dann auch andere Sportler ein. Doch wie sich herausstellte, hatten wir keine Gegner aus anderen Ländern wie wir, sondern nur richtige Fußballteams. Demnach sind wir auch direkt in der Vorrunde rausgeflogen. Das Spielen in der knallen Sonne hat alle geschafft.

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von links: Juan, Masa, Kate, Leo, Jan, Paul, Matthias, zwei Co-Worker, Marco, ich, Romina, Inger

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im hohen Gras

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typisches Gruppenbild, jeder macht was er will 😀

Und das anschließende 8-stündige Warten auf das Ende des Turniers hat es irgendwie nicht cooler gemacht. Doch es war sehr schön, mal wieder ALLE anderen Freiwilligen zu sehen, sich auszutauschen und zu quatschen. Das erste Mal seit dem Orientierungscamp vor vier Monaten. Die gemeinsamen Abende wurden auch dementsprechend lustig gefeiert.

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Melanie, Marlene und was ist das fuer ein Typ? 😀

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Laura, Melanie, ich, Marlene

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Weihnachtsdeko in Nairobi

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Uhuru-Park

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Marlene, Mel, Amelie und Anton (ein Freund von ihr aus Dtld)

Am Dienstag waren dann Melanie, Romina, Laura und ich auf dem großen Aussichtsturm in Nairobi. Ein toller Blick auf die vollen Straßen und Parks der Hauptstadt.

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Laura, ich, Melanie, Romina

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Panorama, anklicken 😉

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Kung Fuuuuu Fighting

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Am Abend startete dann unser Nachtbus nach Mombasa!!! Endlich!
Da die Tage so gefüllt waren, gehe ich einfach mal chronologisch vor 🙂

Tag 1
Aufgrund unserer bisherigen Erfahrungen und dem Wissen, dass sich alles sehr schnell ändern kann, sind wir weitestgehend ohne Erwartungen in diesen Urlaub. Organisiert bzw angeboten wurde er von einem Co-Worker Mike von ICYE. Doch auch auf Anfrage von Infos über die Unterkunft wurde nicht geantwortet. Ihr seht, es bleibt spannend bis zum Schluss. 😛
Gegen 7 Uhr erreichten wir (also Laura, Romina, Melanie und ich sowie Mike) dann Mombasa und eine lange Matatu-Fahrt schloss sich dem an. Endlich erreichten wir unser „Hotel“ und sind ausgeflippt. Aber im positiven Sinne – denn es begrüßten uns gleich zwei Pools. Das Hotel ist keines gewesen, sondern ein Selbstversorger-Apartment mit TV, Couch, großem Bett, Toilette mit Klodeckel (erstes Mal seit ich in Kenia bin) und Dusche. Außerdem eine super ausgestattete Küche mit Gaskocher, Abwaschbecken und zu unserem Verwundern sogar Kühlschrank und Mikrowelle. Muss ich wohl nicht zu sagen, dass ich das in dem Rahmen in den letzten vier Monaten noch nie erlebt habe 😀 Selbst kostenloses W-Lan konnten wir genießen und mal wieder nen Youtube-Video anschauen 😉

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Blick aus unserem Apartment auf den Pool

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Melanie`s und mein Reich!

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Kueche

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Badezimmer

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wussten gar nicht wohin mit dem vielen Platz in dem grossen Bett 😉

Völlig überwältigt haben wir unsere Sachen auf den Boden geschmissen und in den Pool gesprungen. Da die Sonne durchgängig auf das Wasser scheint, ist es sehr warm. Mithilfe der wasserdichten Hülle konnten wir auch coole Unterwasserbilder machen.

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So haben wir den ganzen Vormittag verbracht. Dazu muss ich sagen: Es ist unglaublich kochend heiß, ungelogen. Man kann sich außerhalb des Wassers kaum in der Sonne bewegen und schwitzt vom Nixtun. Ich wohne ja schließlich in einer sehr kalten Region (für Kenias Verhältnisse) bei Kisii und die Umstellung war schwer. Also leben und arbeiten hier wäre glaube ich nochmal anspruchsvoller.
Doch dafür ist es am Strand umso angenehmer durch den Wind und gleichzeitig gefährlich wegen der UV-Strahlung, einschmieren nicht vergessen! Hab auch im Gegensatz zu den drei anderen keinen Sonnenbrand gekriegt 😛

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Also sind wir am Nachmittag an den naheliegendsten Strand gegangen. Die Entfernungen waren natürlich wieder etwas kenianinsch. Die 100 m zum Strand waren dann doch eher 20 min Laufen. Aber wir hatten ja Zeit und Ruhe. Wie kleine Kinder „Ahhh ich sehe das Meer!“. Ich habe direkt vergessen, dass Adventszeit ist und habe mir einfach vorgestellt, dass ich mit Freunden im Sommerurlaub bin. Der einzige Unterschied ist, dass überall dunkelhäutige anstatt weiße Kinder rumrennen.
Der Strand war mehr in einer kleinen Bucht, weshalb wir an diesem Tag noch nicht den weiten Blick des Meeres genießen konnten. Auch dass man immer stehen kann, auch wenn man gefühlte Kilometer reingeht … wie wir festgestellt haben, ist das jedoch an jedem Strand so (eigentlich voll toll für die Kids). Die Abkühlung war dann doch nicht so ganz eine – das Meerwasser ist richtig warm! Ich war ja schon einige Male am Ozean, aber dass man in duschtauglicher Temperatur baden gehen kann, wusste ich nicht 🙂 Doch es war unglaublich toll.

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Wir haben uns ins Wasser gelegt, die Sonne genossen, Sandtiere gebaut und gelesen. Die Bäume mit den riesigen Wurzeln haben uns zunächst Rätsel aufgegeben, doch im allerletzten Moment haben wir es durchblickt. Flut und Ebbe, unsere Sachen waren schon fast abgesoffen und auch nachm Umrutschen saßen wir nach wenigen Minuten auf einer kleinen Insel fest.

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als wir kamen …

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… und zwei Stunden spaeter

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umgeben von Wasser

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Das Gute ist – man kann völlig versandet nach Hause gehen und dann in den Pool springen!
Zum Abendbrot haben wir uns leckere Nudeln mit Tomatensauce gemacht.

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Trotz Verbot sind wir Nacht- und Nacktbaden im Pool gewesen.

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Tag 2
Am Donnerstag sind wir an den Diani Beach, der schönste Strand Kenias. Da dieser jedoch etwa zwei Stunden Fahrt entfernt lag, wollten wir früh starten. Doch typisch Urlaub, vor elf Uhr hat keiner seine Augen aufgemacht. Aber aufstehen, Bikini an und rein in Pool hat schon was. Nach dem Frühstücksmittag sind wir mit dem Matatu nach Mombasa City gestartet und haben die Fähre genommen (Mombasa ist ne Insel). Dann ein weiterer übervoller Bus und Tuk Tuk – das sind kleine dreirädige Wagen, die es fast nur an der Küste gibt.
Dann war der Forty Thieves Beach in Sicht.

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Zu unserer Überraschung war kaum jemand am Strand und wenn man mal jemanden sah, dann war es ein Weißer. Es fällt halt doch stark auf, dass die Toursitik zurückgeht und Urlauber vermehrt ausbleiben. Doch der Strand war ein Traum, zurecht beliebtestes Badeziel Kenias. Der Sand war nicht zu heiß und keine Steine im Wasser, dafür aber Seeigel, muss man etwas aufpassen.

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Seeigel

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Wir haben eine Holzplanke im Wasser gefunden, auf der wir uns dann halb im Wasser liegend und halb in der Sonne brutzelnd, über Stunden aufgehalten haben. Um diese tummelten sich auch einige Fische.

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Am Strand entdeckten wir dann liegende Kamele und wollten eigentlich nur mal streicheln gehen. Doch nach Runterhandeln von 1000 auf 200 Ksh (2 Euro) sind wir auf diesen faszinierenden Tieren geritten. Wenn die Kamele aufstehen, fällt man fast herunter und es ist echt hoch! Aber es war einfach traumhaft, die Sonne scheint und man stapft mit bester Sicht auf den Ozean durch den Sand. Ein tolles Erlebnis.

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da hat es mir doch glatt an den Bruesten geknabbert, musste so lachen 😀

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Panorama

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sieht doch aus wie aus einer Reisezeitschrift oder?

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mein liebstes Kamel – und daneben das entzueckende Reittier hihi 😛

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Anschließend haben wir unseren Heißhunger im naheliegendsten Restaurant gestillt. Große Pizza und zwei Milchshakes für 11 Euro – für kenianische Verhältnisse teurer Touristenpreis. Doch es hat sehr geschmeckt und der Blick war natürlich Hammer.

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Und ich hab eine Kokosnuss erklettert. Typisch Hannah, muss natürlich wieder alles ausprobieren – auch eine Palme hochklettern. Doch ohne richtige Ahnung wie, hat das Ganze nicht so geklappt und ich musste bei der Hälfte wegen aufgeratschten Beinen/Armen und fehlender Kraft abbrechen. Aber aufgeben geht natürlich nicht. Zwei weitere Versuche folgten, diesmal mit Handtüchern um die Beine, um dem Schmerz vorzubeugen. Aber auch das klappte nicht so recht. Doch der Besitzer der Palmen hat mir zur Belohnung für die guten Versuche eine Kokosnuss geschenkt. Immerhin 😉

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ein zahmer Affe mit Baby, den wir gefuettert haben

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und ein noch viel zahmerer, geschnitzt aus einer Kokosnuss

Ja den Sonnenuntergang konnte ich dann leider nicht fotografieren – heißt ja nicht umsonst OSTküste.

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im Element

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SkyDiving … vllt das naechste Mal 🙂

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Tag 3
Wie im Urlaub üblich, werden die Nächte länger und der Schlaf bis in die späten Morgenstunden ausgedehnt. Wir waren an diesem Tag gar nicht am Strand. Immer wieder wollten wir starten, aber die Sonne hatte uns so unbeweglich gemacht. Das man schon aufm Weg vom Pool zur Liege (wohlgemerkt schon fast zwei Schritte) am Hitzetod stirbt 😀
Mit Sonnen ist deshalb auch nicht zu spaßen. Erstens ist das schon nicht mehr angenehm und zweitens Sonnenbrand doch sehr wahrscheinlich. Also entweder im Schatten liegen oder alle fünf Minuten ins Wasser.

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Wir habn die Haare schoen …

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Ein rundum fauler Tag also, der mit einer großen Nudelschlacht endete. Wir haben zuviel auf die Teller gezaubert und Melanie hat mich provoziert (nur um mal die Schuld von mir zu weisen :D). Die Spaghetti befanden sich dann nicht nur in Melanie´s und meinen Haaren, sondern auf dem Boden, der Wand und Decke (kamen die folgenden Tage immer mal runter :P).

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Da der Wachmann geschlafen hat, sind wir mit Bierchen in der Hand in den Pool! Nachtbaden.

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Tag 4
Am Samstag haben Romina, Laura , Melanie und ich nochmal einen anderen Strand besucht, lediglich 10 Minuten Matatu-Fahrt entfernt. Hier tummelten sich im Gegensatz zum Diani Beach viele Einheimische, Europäer waren keine zu sehen. Dementsprechend waren auch die kleinen Kinder Feuer und Flamme und wir hatten eine Menge Spaß mit den Kids.

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na wo bin ich?

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beim Sonnen zuschauen

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Mit Weihnachtsmütze und adventlicher Musik haben Melanie und ich dann mit ihnen einen Schneemann aus Sand kreiert. Verdrehte Welt.

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Im Wasser habe ich die Kids auf den Arm genommen und mit hohem Bogen ins Wasser geworfen. Sie hatten wohl genauso viel Spaß wie ich, wenn mein Vati das früher mit uns gespielt hat. Auch Reiterkampf war sehr beliebt und als Melanie erwähnte, dass sie unbedingt mal ne Massage bräuchte, haben sich gleich zehn Hände an unserem Rücken zu schaffen gemacht 😀

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welches Kind liebt es nicht eingebuddelt zu werden?

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ich mit 10 Jahren an der Ostsee

Die kleinen Kenianer hier sind wunderbar. Erstens sprechen sie alle Englisch, fragen nicht für Geld und gehen anders mit uns um, halt wie Freunde. Da wir nicht die ersten Mzungo´s an der Küste sind. Und die Kleinen waren unglaubliche Akrobaten. Zum Teil konnten die schon mit 3/4 Jahren einen Salto in der Luft oder einarmigen Handstand. Hab ich nicht schlecht gestaunt.

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meine Muetze zurueckerobern 😉

Doch dafür sind die Männer hier nicht besser als in Manga, supernervig und wenn man alleine gelassen werden will, sehr aggressiv. So auch an diesem Tage, nur dass es etwas ausartete. Zwei Typen haben uns extrem genervt. Ich habe den Anfang nicht mitbekommen, da ich selbst am Abwimmeln einer anderen Jugendlichentruppe war. Zumindest nervten sie uns, stellten rassistische Fragen und ähnliches. Als wir ihn zum hundertsten Mal baten, uns in Ruhe zu lassen, wurde er in seiner Wortwahl extrem aggressiv. Wir sollten doch einfach wieder in unsere Heimat und uns aus SEINEM Land verpissen und er hoffe, dass unser Flugzeug abstürze. Ziemlich arg, doch am Ende sind wir sie losgeworden.
Dachten wir – nach ein paar Minuten hatten sie sich Verstärkung geholt und waren auf Kampf aus. Doch der hinzugeholte Junge Eddy stellte sich als ganz nett raus und er hat uns mit zum Bus begleitet, gefolgt von den zwei wütenden Männern, aus denen die Beleidigungen nur so heraussprudelten. Doch auch Eddy hat sich in die Schublade der nervigen Personen eingereiht und hat sich sogar ins bewachte Apartmentgelände geschlichen, weil er mit uns kochen wollte. Manchmal vermisse ich das deutsche Verständnis für NEIN.
Den Abend haben wir gemütlich mit Weihmnachtsmusik, Bierchen und unseren neugewonnenen indischen und kenianischen kleinen Freunden ausklingen lassen.

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Tag 5
Nach einem faulen Vormittag am Pool sind Laura, Romina und ich nachmittags für einen kurzen Trip in die Innenstadt von Mombasa. Melanie hat etwas gekränkelt – haben nachts immer ohne Decke und mit voller Pulle Ventilator geschlafen – und hatte eh nicht so ne Lust. Unser Ziel war erst unsere Tickets von Montag früh auf Abend umzubuchen und dann das Wahrzeichen Mombasa´s zu besuchen. Dabei handelt es sich um vier riesige Élefantenstoßzähne (natürlich nicht echt :P), die über den Straßen prangern. Ziemlich beeindruckend. Vor drei Monaten haben dort welche rote Farbe rangeschmiert aus Protest gegen die gejagten Elefanten. Die Reste konnte man noch erkennen. Das Fotografieren war aber doch mehr Hin- und Herspringen auf der Straße wegen den Autos.

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Anschließend sind wir aufgrund lauter Tiergeräusche auf einen naheliegenden Park aufmerksam geworden, ich vermutete Affen. Doch nein, Fledermäuse. Im Park waren eine Menge monstergroßer Bäume, in denen tausende über tausende Fledermäuse hingen und umherflogen (hoch genug zum Glück). Der Geräuschpegel war ungeheuerlich. Ziemlich mysteriös war das alles, warum so viele an einem Ort umgeben von stinkigen Straßen und sind die Flügeltiere nicht eigentlich nachtaktiv?!

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sorry leider nur Handyqualitaet

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seht ihr die ganzen dunklen Kugeln?

Nach dem Abendessen und dem Film Hunger Games habe ich mit Laura lange draußen gesessen und über die Unterschiede Kenia´s im Vergleich zu Deutschland diskutiert und was wir schon nach diesen ersten vier Monaten für uns gelernt haben. So saßen wir quatschend draußen und haben die Nachtluft genossen. Laura wird leider schon in vier Wochen wieder heimkehren und kein ganzes Jahr bleiben, da sie sich einfach nicht wohl fühlt und einlebt. Was ich auch voll verstehen kann … schließlich könnte das kenianische Leben nicht gegensätzlicher sein!

Tag 6
Und schon ist der letzte Tag in Mombasa angebrochen. Warum vergeht Urlaub immer so fix? Dadurch dass wir den Bus auf die Nacht umgebucht hatten, konnten wir den vollen Tag ausnutzen. Wir mussten zwar aus unseren Räumen auschecken, doch durften wir unser Gepäck unterstellen und die Anlage weiterhin nutzen. Wir sind dann für ein letztes Mal an den gleichen Strand wie Samstag. Während ich in der Sonne gebrutzelt habe, kamen doch direkt wieder Eddy und ein anderer alter „Bekannter“ vorbei. Ibrahim hat mich kurzerhand am Strand entlanggeführt und mir einige schöne Stellen gezeigt, während die anderen drei badeten.

Ich habe mich so geaergert, nicht meine Kamera dabeigehabt zu haben. Mein Handy bringts einfach nicht.

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So war gerade etwas Ebbe und die Steine im Wasser freigelegt. Man konnte optimal die Krebse beobachten, ein seestern-ähnliches Tier in die Hand nehmen oder versuchen, einen Seeigel anzufassen (man braucht nur den Experten, der weiß wie!).

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der war allerdings schon tot, denn handzahm sind Krebse nicht!

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nur etwas Geduld …

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… und dann kommen die Tierchen aus ihrem Versteck

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Bei Ebbe kann man ebenfalls die wunderschönen (durchs Wasser enstandenen) Höhlen betrachten, zum Teil konnte ich sogar darin laufen. Dann haben wir uns auf einen Aussichtspunkt neben einem Krebs-Restaurant mit Blick auf den ganzen Strand begeben und ich habe mich über die verschiedenen Krebsarten aufklären lassen. Die etwa handgroßen Zebra-Krebse sollte man zumindest nicht essen, dann verliert man seinen Hörsinn!

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Zum Schluss haben wir noch ein verlassenes Hotel mit Pool besucht, wäre definitiv mal einen Besuch in der Nacht wert 😉

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Zurück bei den Anderen tauchten wieder unsere aggressiven „Freunde“ von Samstag auf, also nichts wie davon. Aber wir haben sie unterschätzt und wurden bis zu unserer Hoteltür von ihnen zugelabert und beleidigt. Aber dann uns fragen, ob wir mal mit ihnen einen trinken gehen wollen! Verstehe einer Menschen 😀
Der letzte Schwimmzug im Pool und auf nach Nairobi. Ein traumhafter Urlaub geht zu Ende und wir sind vollkommen verliebt, sodass wir uns überlegen, vllt für Silvester nochmal wiederzukommen (der einzige Ort in Kenia mit Feuerwerk, organisiert von den Hotels am Strand für die Touristen)!
Bye Bye Mombasa!
Nach einer absolut durchzechten Nacht – stellt euch vor, ihr seid Cindy aus Marzahn und müsst in einem Babystuhl sitzen und den Platz mit jemand zweitem teilen – haben wir den ganzen Vormittag Im Hostel in Nairobi geschlafen, wo wir auch Marlene getroffen haben. Dann wurden die letzten Geschenke für Freunde und Familie in der Heimat besorgt und leckerer Burger verspeist. Der Plan ins Kino zu „Hunger Games 3“ zu gehen, fiel durch falsche Informationen ins Wasser. Aber eine DVD hat Aushilfe geschaffen.

So was gibt’s noch zu diesen Tagen zu sagen:
1. Am Meer habe ich doch stark gespürt, dass Melanie und ich doch auch von verschiedenen Kontinenten kommen. Wohingegen ich mich wie im Sommerurlaub gefühlt habe und mehr oder weniger verdrängen wollte, dass zuhause gerade Adventszeit ist und dass das alles im Kopf irgendwie nicht zusammenstimmt, war es für Melanie ein Trip nach Hause. In ihrer Heimatstadt sind es Temperaturen wie hier und sie fährt im Dezember ganz selbstverständlich an den naheliegenden Strand. Daher ist es für sie auch normales Weihnachtsfeeling und sie gibt eh nicht soviel auf dieses Fest, wohingegen es für mich sehr schwer ist.

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2. Mit Mike, dem Co-Worker von ICYE hatten wir noch ganz schönen Stress. Er hat sich den Tag über nie blicken lassen (was uns jetzt nicht so unlieb war) , aber dann behauptet, dass wir ihn nirgendwo integriert haben. Doch das große Problem war Geld! Wir hatten ja bereits im Vorhinein für alles bezahlt, Frühstück und Dinner inklusive. Wir waren immer von ausgegangen, in ein Hotel zu kommen. Aber Selbstversorgung kein Problem, wir kochen ja gerne. Also hat Mike für die zwei Mahlzeiten aufkommen müssen und uns von vorne bis hinten betrogen. Hat Preise teurer gemacht und seine eigenen Anschaffungen von unserem Geld abgezogen. Gab auch noch nach Mombasa heftigen Streit, sodass wir sogar ICYE mit einbeziehen mussten!
3. Ich laufe die letzten Tage meist Weihnachtslieder pfeifend durch die Straßen, um etwas Feeling zu bekommen. Marlene: „Hannah das ist doch ein Weihnachtslied“ „Jaaaa?!“ Dann großes Gelache, sie hatte vergessen , dass es nur noch 8 Tage bis Weihnachten sind und kein Sommer 😀
4. Melanie hat jetzt ein neues Spiel für sich entdeckt und zwar mich zu Tode zu erschrecken und dabei Videos zu machen. Ich falle aber auch immer wieder drauf rein.
5. Ich hab das Gefühl, dass der meistvergebenste Job in Kenia Türsteher ist. Türsteher heißt in diesem Falle, an jedem Eingang zum Supermarkt, Restaurant, Strand oder sonstwas stehen ein oder zwei Personen mit so nem Piepleuchter (wie es am Flughafen verwendet wird) und leuchten dich ab. Ob das Sinn hat, weiß ich nicht ganz, vllt zum Abschrecken. Denn es piept eigentlich immer!!! Auch in die Taschen wird nicht immer reingeschaut. Gut nen Maschinengewehr kann ich nun nicht reinschmuggeln, aber dennoch. Das einzige was wirklich richtig abschreckt, sind die Militärleute vor großen Supermärkten, Busstationen oder Touristenattraktionen. Die haben wahrlich eine riesige Maschine in den Händen, manchmal angsteinflößend.

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Und nun sind Melanie und ich wieder zuhause. Der Umstieg von Urlaub auf diesen immer wieder gleichen Tagesablauf ist schwer. Ehrlich gesagt faellt mir total die Decke auf den Kopf und ich krieg riesiges Heimweh. Sicher verstaerkt durch die fehlende Weihnachtszeit geht mir momentan alles auf den Keks. Keiner hat sich fuer unseren Trip interessiert oder nachgefragt. Man kommt einfach zurueck und stellt fest, wie uninteressiert und weltfremd viele leben. Es wird einfach gemacht, was die Generationen davor schon gemacht haben, nichts hinterfragt, nichts ausprobiert, nicht hinter den Tellerrand geschaut.

Aber meine nächsten 1 ½ Monate sind so voll mit Plänen, dass ich einfach schnell die Weihnachtstage rumkriegen möchte und mich auf die kommenden Erlebnisse freuen kann. In knapp fünf Wochen kann ich schließlich schon Vati und Jasper in die Arme schließen!

Bleibt behütet in diesen letzten vorweihnachtlichen Tagen und MERRY CHRISTMAS!!!
Genießt die Zeit mit euren Liebsten!

Hannah

3 Kommentare


  1. Andererseits ne tolle Erfahrung so ein alternativer Adventsurlaub 😉
    Zu den aggressiven Freunden: ist bestimmt so`ne Art Anmache – Hof machen den Mazungofrauen. Aber auch in Afrika konntest du ein Stück Weihnachtsfeeling bekommen, welches zu Hause sogar nicht geht: du konntest dir vorstellen, wie die Weisen aus dem Morgenland gereist sind. Hast mich wieder an meine Mutter erinnert: dort in der Steppe gab`s auch Kamele, das Fell soll wohl so richtig dick und wärmend sein.

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  2. Toller Artikel, hat wieder richtig Spaß gemacht zu lesen. Aber ist natürlich schade, wie wenig Interesse deine familie dort gezeigt hat. Wenigstens hast du deine deutschen Freunde und Familie 🙂
    Ach und nice spieerman sprung 😀

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  3. Liebe Hannah,

    danke für alle Zeilen und die vielen Bilder – solltest du mal wieder in Mombasa vorbeikommen, grüß doch bitte die Kamele von uns. Sie haben mit Luise auch schon Bekanntschaft gemacht ;-)!

    Es freut uns immer wieder, zu lesen und zu sehen, dass es dir in Kenia so gut geht. Und nun dauert es nicht mehr lang und dein Besuch aus der Heimat ist schon da. Wie aufregend!

    Sei ganz fest umarmt von uns drei Werfels!

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