ICH BIN IN KENIA!

ICH BIN IN KENIA … und mir geht es sehr gut.
Mein fünfter Tag in Nairobi und es gibt so viel zu erzählen!
Aber bevor ich zum Bericht meiner ersten Tage komme, will ich nochmal kurz auf die letzten Stunden in Deutschland zurückgreifen.
Ich habe das größte Geschenk überhaupt bekommen – ich habe meinen Augen kaum getraut, als plötzlich eine große Traube meiner Freunde am Flughafen vor mir stand. Eine riesige Überraschung, mit der ich im Leben nicht gerechnet habe! Und nicht nur das … Sie haben Verpflegung mitgebracht, sodass wir einfach mal im Terminal gepicknickt haben 😀

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DANKE an euch alle, ihr glaubt nicht, wie ich mich gefreut habe. Das waren eine der schönsten Stunden meines Lebens, umgeben mit meinen Eltern und lieben Freunden, die meinen Traum unterstützen und bei denen ich weiß, dass sie immer zu mir stehen. DANKE!
Nach einigen Umpack-Aktionen meines Gepäcks (Ja, ich hatte ursprünglich mal mit System gepackt) hieß es dann endgültig Abschied nehmen für ein Jahr.
Ich werde euch alle so vermissen !!!

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Nach entspannten 12 Stunden Flug habe ich dann meinen ersten Fuß in Nairobi gesetzt!
Die Eindrücke strömen seitdem nur so auf mich ein, viel zu viel um alles in einen Beitrag zu schreiben. So komme ich aus dem Flughafen raus und eine der ersten Sachen, die ich sehe: Giraffen und das direkt gegenüber, nur ein Zaun zwischen Straße und wilden Tieren.

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Flughafen der Hauptstadt Nairobi

Während des Orientation Camp´s mit Freiwilligen aus Finnland, Schweden, Japan, Ecuador usw. sind wir in den Gebäuden einer High School untergebracht, wohlgemerkt in der Besten in ganz Kenia! Dementsprechend leben wir hier den Verhältnissen entsprechend sehr gut. Wir haben fließend Wasser (hier können wir es auch trinken, ohne dass es uns schadet), Strom, Toiletten mit Spülung und Duschen. Okay, die Toiletten kann man nicht wirklich abschließen, es funktionieren nur wenige Waschbecken, die Fenster lassen sich nicht schließen und man duscht eher tröpfchenweise, aber ich fühle mich pudelwohl hier! Es ist sehr angenehm hier zu leben, man hat das Wichtigste 🙂 Und es wird auch betont, dass wir extra in einer guten Einrichtung sind, damit der Übergang weicher ist.

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unser Haus

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mein Zimmer für die nächsten zwei Wochen, welches ich mir mit einem anderen Freiwilligen teile

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unser Speiseraum

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Die Unterschiede hier sind enorm. Wenn ich aus meinem Fenster gucke, sehe ich eine Plantage, dahinter die große Straße, dann den Müllplatz (dort brennt den ganzen Tag lang Feuer, weil Plastikmüll verbrannt wird) und den Stall für die Kühe. Auf der anderen Seite befindet sich eine riesige Grünfläche, wo man jegliche Tiere betrachten kann (die Kühe laufen hier lang, ich habe bereits Affen gesehen, riesige Vögel …) und die großen Gebäude zum Schlafen, Essen, Unterricht etc. In der Stadt wiederum sieht die Welt nochmal ganz anders aus. Nairobi ist eine Hauptstadt, wie wir sie kennen. Viele hohe Gebäude, riesige Supermärkte und so viele Menschen.
Die Kenianer sind sehr freundlich und ich fühle mich direkt aufgenommen. So haben wir gleich am ersten Tag eine kenianische Hochzeit miterleben dürfen. Wir haben eine erste kleine Tanzstunde bekommen und haben mit ihnen gefeiert.

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Ansonsten lernen wir hier jeden Tag viel. Mein Englisch wird von Tag zu Tag besser (ich muss feststellen, so doof bin ich in Englisch gar nicht :D), da ich mich von einer Sekunde auf die andere mich fast nur noch auf Englisch verständigen kann. Außerdem haben wir jeden Tag Kiswahili-Unterricht. Bereits nach drei Unterrichtseinheiten können wir Sätze bilden, z.B. „Jambo. Jina langu ni Hannah. Nindako ujerumani. Kesho manifiki zangu watakunywa sana. Nazi tisa wanainagharimu elfu-tatu-mia-sita-themanini-sita kenya shilingi.“ – „Hallo. Ich heiße Hannah. Ich komme aus Deutschland. Morgen werden meine Freunde viel trinken. Neun Kokosnüsse kosten 3686 Kenia-Schillinge.“ Die Sprache ist auch logisch sehr gut nachvollziehbar, finde ich. Aber du musst genau hinhören, denn du kannst bereits mit einem Wort einen Satz bilden (die ersten Buchstaben verändern sich lediglich je nach Personalpronomen und Zeitform). „Atacheka“ – „Er wird lachen“

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mein Schulheft

Eine weitere Sache, die ich feststellen durfte: Kenianer nehmen es nicht so mit der Zeit, man geht alles viel lockerer und ruhiger an. Standardmäßig beginnen wir immer später mit allem, hier lernt man schnell, zu warten 😀 Auch das ständige Telefonieren im Unterricht ist normal. Die Pausen (Essenszeiten und zweimal tea break) werden jedoch strikt eingehalten 😀
Noch ein paar kurze Sätze zum Essen und zum Wetter. Das Essen schmeckt mir sehr sehr gut bisher und noch hatte ich keine Magenprobleme (was aber auch sicher daran liegt, dass wir stets das gleiche essen :D). Mittags und abends gibt es immer eine Mischung aus Reis, Kartoffeln, Linsen, Bohnen, Fleisch und Ugali. Ugali ist ein typisch kenianisches Essen, hat die Konsistenz und Aussehen von hartgewordenem Grießbrei und hat null Geschmack 😛 Zur Teepause gibt es Schwarztee mit purem gebackenem Teig oder neutrale Ciabatta´s. Das Frühstück ist allerdings nicht so meins, es gibt nur Toastbrot, wahlweise mit Butter 😀
Zum Wetter: Um mal dem Klischee der immerheißen Sonne entgegenzuwirken. Hier ist Winter und die letzten Tage war es sehr kalt und es hat auch zum Teil geregnet, sodass wir in Regen- oder Strickjacke draußen waren. Also für unsere Verhältnisse ein kälterer Sommertag. Für die Kenianer ist das jedoch untere Grenze, sodass man öfters Menschen mit Pudelmützen sieht. Unsere Teamer meinen jedoch, dass es unnormal sei, dass es im August so kalt ist. Normalerweise sind Juni und Juli die kältesten Monate. Der Unterschied zu Dtld ist, dass es hier keine warmen Räume gibt, d.h. im Zimmer ist die gleiche Temperatur wie draußen und dann noch eine eiskalte Dusche, das lässt einen frieren. Doch auf der anderen Seite merkt man hier sehr, wie stark die Sonne ist. Ist es bewölkt, so zieht man sich ein Jäckchen an, aber wenn die Sonne rauskommt, schmilzt man dahin. Obwohl sich an der Temperatur nichts ändert. Außerdem wird es hier nie ganz dunkel. Die ganze Nacht ist der Himmel etwa so, wie bei uns in der Dämmerung!

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wir hatten erst einen Stromausfall, lesen konnte ich aber trotzdem 🙂

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mein erstes afrikanisches Bier „tusker“ und kenianisches Geld (ca. 21 Euro)

So bevor ich noch weiter aushole (ich könnte vermutlich dreißig Seiten schreiben).
Mir geht es sehr gut hier, jeden Tag strömen neue Eindrücke auf mich ein, sodass ich bisher keine Zeit habe, Heimweh zu entwickeln.
Danke an alle für die lieben Worte, Grüße, Geschenke und Gedanken, die ihr mir geschenkt habt und schenkt. Ich habe jetzt Internet und werde ab und an online gehen. Ich freue mich über jede Nachricht und Erzählung von euch. Ich wünsch euch was !

8 Kommentare


  1. Toller erster Eindruck, inwiefern sind 21 Euro denn dort viel? Bist du damit schon reich oder ist es doch eher wie in Deutschland? Vielleicht magste darauf beim nächsten Mal nochmal eingehen 🙂

    Lg aus Deutschland

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    1. Ja darauf werde ich später nochmal eingehen. Nairobi ist eine der teuersten Städte in Afrika, die enormen Unterschiede werde ich also erst in meiner zukünftigen Heimatstadt sehen 😉

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  2. Hallo Hannah,was man von Dir liest,hört sich ja gut an u.es freut mich,das es Dir so gut geht

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  3. Hey Hannah!

    Dein erster Bericht aus Kenia ist echt super. Fühle mich zurück versetzt in meine ersten Tage in Südafrika. Echt lustig 😀 Ich wünsche dir gaaanz viel Spaß und super tolle Erlebnisse in Kenia und dass du weiterhin alles neues aufsaugst und offen durch Kenia streifst 😉
    P.S.: Ich glaube Ugali ist der südafrikanische Pap 😀
    Ich freue mich jetzt schon auf deine Berichte!!
    Liebe Grüße aus Südafrika, Johannesburg
    Steffi

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  4. Hey Hanna find ich ja nega cool das du dich auch ein Jahr im Ausland befindest… ich bin zufällig auf deinen Blog gestoßen…. da ich aus Erfahrung spreche gebe ich dir mit auf den weg genieße die zeit und nimm alles mit was geht 🙂 und glaub mir das jahr vergeht wie im flug 😉 da ist garkeine zeit für heimweh

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  5. Liebe Hannah,

    es freut mich sehr, dass es dir so gut geht! Endlich ist dein Traum wahr geworden. Ich wünsche dir, dass die meiste Zeit in Kenia dir so gut tut wie jetzt.
    Bin richtig gespannt, wie es weiter geht in der Gastfamilie 🙂

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  6. Liebe Hanna!
    Ich freu mich so für dich, dass dein Traum in Erfüllung ging und es dir gut geht! Genieße die Zeit und die Eindrücke!
    Gottes Segen möge dich begleiten!
    Liebe Grüße aus Deutschland

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  7. Hallo Hannah,
    vielen Dank für deinen schönen aufschlussreichen Erstbericht. da bekomm ich ja sofort Fernweh nach Kenia. Ich bin schon gespannt, auf weitere Berichte von dir.
    Lass es dir gut gehen!!!

    Viele Grüße aus Deutschland, Bayern
    sendet dir
    Sylvia

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